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Captain Planet

Indie-Punk / Emo-Punk

Vom Ende an

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Durchaus denkbar, dass dir den Namen Captain Planet einer deiner Freunde mal samt des Begriffes Geheimtipp ins Ohr gehaucht hat. Die Ursache könnte sein, dass die fünf Hamburger es vergleichsweise weniger eilig hatten, ihre bis dato vier Langspieler zu veröffentlichen, als manch andere Vertreter des Genres. Der Vorteil dabei: das aktuelle Album Ein Ende beeindruckt wieder einmal mit einer in jedem einzelnen Text greifbaren Dringlichkeit der Dinge, die nicht länger zurückgehalten werden konnten.

Anders als bei so manchen Szenekollegen ist es weder Stil der Band, sich in wunderliche Kryptik zu hüllen, noch angekotzt politische Missstände anzuprangern – jedoch ohne, dass dabei das sorgfältig gewählte Wort auf der Strecke bleibt oder der kritische Fingerzeig in die passende Richtung fehlt.

Captain Planets Musik ist seit ihres Bestehens Fahrwasser für die, die allzu oft vom Alltag übermannt sind. Die Worte, die dir fehlen. Die S-Bahn, die nicht kommt. Der Kiosk, der geschlossen hat. Deine Machtlosigkeit gegen deine Machtlosigkeit. Das alles ist real und du weißt nichts daran zu ändern, aber du behältst den Kopf über Wasser und machst weiter.

Wer Captain Planet schon einmal live erleben konnte, dürfte wissen, wie gut es sich anfühlt, an der Bühnenkante den Zeigefinger auszustrecken und zu dem vorpreschenden Schrammelgitarrensound und der unumstößlichen Stimme des Frontsängers Jan Arne von Twistern die Lieder mitzusingen, die der unüberwindbaren Stolperfalle Alltag die Stirn bieten.